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Presse-Mitteilung Juni 2005

Arzneimitteltherapie soll besser abgestimmt werden

Integrierter Versorgungsvertrag im Rhein-Neckar-Raum / Elektronisches Infosystem optimiert Versorgung bei Klinikeinweisungen

HEIDELBERG (bd). MedikamentenVerschreibungen sollen zwischen Klinik- und Hausärzten besser abgestimmt werden - das ist das Kernziel des Pilotprojekts HeiCare, das jetzt von der Uni Heidelberg, der AOK Baden-Württemberg und zunächst 40 niedergelassenen Hausärzten gestartet worden ist.

Dazu ist ein integrierter Versorgungsvertrag geschlossen worden. Ziel des Konzepts: Doppelverschreibungen sowie unerwünschte oder gefährliche Wechselwirkungen von Medikamente sollen verhindert werden. Es geht darum, bei jedem Patienten optimale Dosierungen zu erreichen. Schützenhilfe leistet hierfür der elektronische Pharmakaberater AiD-Klinik, ein Arzneimittel-Infosystem desHeidelberger Uniklinikums, in dem Informationen zu 64 000 Arzneimitteln abgerufen werden können.

Fast die Hälfte aller Patienten werden bei einer stationären Einweisung auf neue Medikamente umgestellt, erläuterte Projektleiter Professor Walter Haefeli von der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakaepidemiologie der Uni Heidelberg bei der Vorstellung des Konzepts. Nach der Entlassung werde - wie sich aus Studien ergebe - die Umstellung oft wieder rückgängig gemacht: Rund 30 Prozent der Patienten erhielten dann vom Hausarzt wieder die alten Präparate.

Ein Drittel der Patienten nehmen die Medikamente zudem nicht so ein wie vereinbart. Ursache sei eine mangelnde Kommunikation und Informationsvermittlung zwischen Klinik- und Hausärzten. Die Arzneimittelverordnung werde auch den Patienten nicht gut genug erläutert.

Mit HeiCare soll sich das ändern. Vor der Einweisung informiert der Hausarzt die Klinik über die aktuelle Therapie. Die wird dann im Krankenhaus mit denselben Präparaten fortgeführt - falls sie medizinisch angezeigt und verfügbar sind. In der Klinik wird die Therapie mit Unterstützung des AiD-Kliniksystems im Hinblick auf Dosierung und Arzneimittelkombinationen einer Qualitätsprüfung unterzogen und gegebenenfalls optimiert. Bei der Entlassung soll die Arzneimitteltherapie den ambulanten Bedingungen angepaßt werden und weitgehend auf präklinische Vorgaben zurückübertragen werden.

Der Patient erhält eine auf ihn abgestimmte Therapieinformation und der Vertragsarzt einen Arztbrief mit den gleichen Arzneimittelinfos, die er nach der Entlassung ausführlich mit seinem Patienten erörtern kann.

AOK-Patienten in der Rhein-Neckar Region soll ab Herbst zunächst eine freiwillige Teilnahme an diesem integrierten Versorgungsprojekt angeboten werden.

Quelle: Ärztezeitung online

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