Presse-Mitteilung Mai 2005


EDV-Software hilft Ärzten, unerwünschte Arznei-Wirkungen zu erkennen und zu vermeiden



Fehler bei der Behandlung mit Medikamenten - das ist ein heikles Thema. Doch seit kurzem wirbt die Ärzteschaft intensiv für einen offenen Umgang mit dem Thema Behandlungsfehler. Denn das ist eine Voraussetzung, um gemeinsam mit Krankenkassen und Politikern Strategien zum Erkennen und Vermeiden solcher Fehler umzusetzen



Daß deutsche Ärzte eine Fehlerkultur entwickeln müssen, daran sei nicht zu rütteln, so der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Professor Bruno Müller-Oerlinghausen. Er äußerte sich zu dem Thema beim ersten Deutschen Kongreß für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie. Die AkdÄ hatte den Kongreß in Saarbrücken gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Klinikum Saarbrücken ausgerichtet.


Kommission geht von hoher Dunkelziffer aus

Schwere unerwünschte Arzneinmittelwirkungen (UAW) - und um die geht es den Ärzten vor allem - werden nach Angaben der AkdÄ in Deutschland nur selten gemeldet. Bei wie vielen Patienten sie vermeidbar wären, ist unklar.

Hinweise geben zwei Studien mit knapp 2000 Patienten, die an Abteilungen für Innere Medizin stationär aufgenommen wurden: Bis zu vier Prozent der Patienten hatten zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme UAW, davon wären nach Angaben der Studienautoren zwischen 44 und 59 Prozent der registrierten UAW-Ereignisse vermeidbar gewesen.

Während eines Klinikaufenthaltes bekommen nach Daten einer Studie der Universität Erlangen 25 bis 61 Prozent der Patienten UAW. Davon wären, so die Studienautoren, 40 bis 60 Prozent der Ereignisse vermeidbar.

Computer-basiertes System erfolgreich in der Praxis erprobt
Bei 30 bis 40 Prozent der UAW führten die Klinik-Ärzte in der Erlanger Studie die UAW richtig auf Medikamente zurück, am häufigsten bei schweren UAW, so der Pharmakologe Professor Kay Brune von der Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg.

Brunes Team hat ein Computer-basiertes System zur UAW-Erkennung entwickelt und bei 500 Patienten getestet. Wurden dabei entsprechende Labordaten eingegeben, meldete das System 61 Prozent der tatsächlich aufgetretenen UAW. Wurden zusätzlich Daten zu den verwendeten Arzneimitteln und zu Grunderkrankungen eingegeben, meldet es 87 Prozent.

Schon bei der Verordnung von Medikamenten können EDV-basierte Systeme das Risiko für Fehler dramatisch reduzieren, wenn Ärzte dabei nichts mehr handschriftlich machten. Das hat Professor David Bates vom Brigham and Women's Hospital in Boston im US-Staat Massachusetts berichtet. Seit die Ärzte in dieser Klinik Arzneien ausschließlich über den Computer verschreiben, ist die Häufigkeit von Verordnungsfehlern um 81 Prozent gesunken. In Dänemark hat man aus diesen Erkenntnissen bereits weitreichende Schlüsse gezogen: Dort ist die Computer-Erfassung von Rezepten in Kliniken ab 2006 gesetzlich Pflicht.

Auch in Deutschland erproben einige Kliniken EDV-gestützte Systeme zur Vermeidung von UAW und Behandlungsfehlern, zum Beispiel am Klinikum Saarbrücken und an den Universitätskliniken Heidelberg und Ulm. Professor Walter Haefeli, klinischer Pharmakologe an der Uniklinik Heidelberg, hat zusammen mit seinem Team eine Software für die Dosierung von Medikamenten bei Niereninsuffizienz (www.dosing.de) entwickelt. Zwei Drittel der Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, die auf internistischen Abteilungen behandelt werden, erhalten zu hoch dosierte Arzneien, berichtete Haefeli.

Oft werde vergessen, daß das Serumkreatinin mit zunehmendem Alter und abnehmender Muskelmasse sinkt, die Funktionsfähigkeit der Niere werde dann überschätzt. Dosis-Anpassungen bei den Patienten haben nach Angaben von Haefeli die Kosten für Arzneimittel der Abteilung Innere Medizin um 14, die Risiken für UAW am ZNS um 60 Prozent gesenkt.

In dem ebenfalls in Heidelberg entwickelten Computerprogramm Arzneimittel-Informations-Dienst (AiDKlinik) werden Fachinformationen über Präparate mit Bewertungen und Empfehlungen von Fachgesellschaften, aber auch von Expertengremien der einzelnen Klinik für die Medikamentenanwendung verknüpft.


EDV-Programm weist auf Wechselwirkungen hin

Nach Eingabe der Patientendaten macht das Programm Vorschläge für die Therapie, weist auf mögliche Wechselwirkungen zwischen den Arzneimitteln hin und kennzeichnet Präparate, für die eine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig ist oder pharmakogenetische Informationen vorliegen. Aktuelle Hinweise wie Rote-Hand-Briefe werden sofort allen Nutzern weitergeleitet. "Für das Programm ist keine Schulung notwendig, es ist selbsterklärend", sagte Ingenieur Jens Kaltschmidt, der die Software maßgeblich entwickelt hat.

Zusammen mit der elektronischen Gesundheitskarte, die in Deutschland 2006 eingeführt wird, dürften solche Systeme die Verordnung von Medikamenten deutlich sicherer machen, hieß es auf dem Kongreß.


FAZIT

Die meisten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) lassen sich durch die richtige Dosierung und geeignete Kombinationen von Medikamenten vermeiden. Mit Hilfe von Computer-Programmen, die Labor-Daten, Krankheitsdaten und die verordneten Arzneien von Patienten erfassen, können Ärzte UAW meist gut erkennen. Vermeiden lassen sich UAW oft, wenn Ärzte nun noch per Computer Rezepte verschreiben - mit einem Programm, das auf mögliche Wechselwirkungen aufmerksam macht.

Quelle: www.aerztezeitung.de (Nicola Siegmund-Schultze)


News




MEDICA 2008
Treffen Sie uns in Düsseldorf vom 19. - 22.11.2008 in Halle 16 C41

Juni 2008
Innovationspreis bei ADKA Jahrestagung 2008 verliehen

In das mehrfach ausge-
zeichnete Arzneimittel-
Informationssystem AiDKlinik ist nun auch eine neue Software zur Erleichterung von Medikamentenumstellung im Krankenhaus integriert worden...Mehr

Juni 2008
AiDKlinik® überzeugt Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart

Das Robert-Bosch-
Krankenhaus Stuttgart entscheidet sich für elektro-
nischen Berater AiDKlinik und dmc digital media center GmbH...Mehr

April 2008
Information zu Arzneimittel-
verschreibung kommt besser an, wenn die E-Mails grafisch gestaltet sind / Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg...Mehr

März 2008
Doctors'AiD erfolgreich gestartet

Wiesbaden/Kongress DGMI, 29. März 2008 - Die Thieme Verlagsgruppe und die Dosing GmbH haben heute erstmals den Arzneimittel-Informations-
dienst Doctors'AiD in der Öffentlichkeit präsentiert....Mehr

November 2007
dmc digital media center GmbH - Medica war ein großer Erfolg

Die E-Health Spezialisten der dmc digital media center GmbH aus Stuttgart blicken auf eine erfolgreiche Medica 2007 zurück... Mehr...

November 2007
Elektronischer Arzneimittel-Ratgeber auf der Medica. AiDKlinik des Universitätsklinikums Heidelberg wurde um innovative Module erweitert / Teilbarkeit von Tabletten und Rabattverträge werden berücksichtigt. Mehr...

Lange Nacht der
Wissenschaft 2007

Besuchen Sie uns am 10./11.11.07 von 18 - 2 Uhr in der Med. Klinik (Krehlklinik) in Heidelberg.



MEDICA 2007
Treffen Sie uns in Düsseldorf vom 14. - 17.11.2007 in Halle 16 Stand E41

Oktober 2007
Das Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall entscheidet sich für den elektronischen Berater AiDKlinik® und dmc digital media center. Mehr...

September 2007
Unser Produkt AiDKlinik® wird "registered trademark".

Juli 2007
AiDKlinik auf Apples iPhone getestet. Das neue "Kultgerät" erlaubt den direkten mobilen Zugriff auf AiDKlinik. Neben Apples iPhone ist ein uneingeschränkter Zugriff auch mit Apples iPod Touch möglich. Mehr...

Juli 2007
Software sichert wichtiges Arzneimittel-Wissen. Mehr...

Juni 2007
Landessieger des StartUp-Wettbewerbs der Sparkassen kommen aus Heidelberg - Feierstunde für die "Dosing GmbH". Mehr...

April 2007
Ausgezeichnete Arzneimittelsicherheit - Die Dosing GmbH des Universitätsklinikums Heidelberg ist erster Preisträger des StartUp Landeswettbewerbs 2007. Mehr...

ITeG in Berlin war ein großer Erfolg - dmc digital media center GmbH, die Stuttgarter E-Business- und E-Health- Spezialisten, kehren von der ITeG in Berlin mit vielen aussichtsreichen Kontakten zurück. Die Fragestellung "(Wie) vermeiden Sie Medikationsfehler" fand bei Apothekern und Ärzten großen Zuspruch. Mehr...

März 2007
Treffen Sie uns auf der
ITeG (IT-Messe und Dialog im Gesundheitswesen 17. - 19.04.2007) in Berlin. Gemeinsam mit der Fa. dmc digital media center GmbH präsentieren wir Ihnen live in Halle 2.2 Stand D20 die Neuentwicklungen Rund um AiDKlinik und berichten von unseren Erfahrungen. Gerne können Sie auch im Vorfeld mit uns einen Termin vereinbaren.

Januar 2007
Per Mouseclick ruft der Klinikarzt die Medikamente des aufgenommenen Patienten ab - Im Projekt HeiCare hinterlegen Hausärzte die Medikamentenliste ihrer Patienten elektronisch und haben Zugriff auf das Arzneimittel-Informations-Portal (AiDKlinik) des Universitätsklinikums Heidelberg
Mehr...

Dezember 2006
Die Ausgründung der Dosing GmbH ist vollständig. Das Arzneimittelinformationssystem AiDKlinik kann nun offiziell von der Dosing GmbH geordert werden. Mehr...

Riskante Teilung - Unsachgemäß geteilte Tabletten können ihre Wirksamkeit einbüßen. AiDKlinik jetzt mit verbesserten Teilbarkeitsdaten. Mehr...

Oktober 2006
AiDKlinik wurde am 29.09.2006 mit dem Ersten Preis des Qualitätsförderpreises Gesundheit Baden-Württemberg 2006 ausgezeichnet. Der vom Ministerium für Arbeit und Soziales und den im Gesundheitsforum Baden-Württemberg zusammengeschlossenen Repräsentanten der Gesundheitswirtschaft des Landes ausgelobte Preis wird in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben.
Mehr...

September 2006
AiDKlinik Modul DosingExpert wird mit dem GMDS Posterpreis in Leipzig ausgezeichnet. Mehr...

AiDKlinik ist ab sofort in der Berliner Charité im Intranet unter http://aid.charite.de flächendeckend an über 8.000 Arbeitsplatzrechnern erreichbar.

August 2006
Zend Case Study: Universitätsklinikum Heidelberg setzt bei der Entwicklung seines Arzneimittel Informations Dienstes AiDKlinik auf Zend Studio. Mehr...

Juni 2006
Welche Medikamente sind am besten geeignet? (Schwangerschaft und Stillzeit) Mehr...

Mai 2006
Elektronische Arzneimittelinformationsmedien: Chancen (v)erkannt? Mehr...

Mai 2006
Entlaß-Verordnung - zweckmäßig und rentabel Mehr...

März 2006
AiDKlinik jetzt mit MediBox - Erstellung von Rezepten und Entlassbriefen wird erleichtert. Mehr...

Februar 2006
AiDKlinik zu Gast bei SWR BW Praxis Dr. Weiss: Todesfälle durch unerwünschte Arznei-Wirkungen - immer wieder schocken solche Meldungen die Öffentlichkeit. Jeder Patient in Deutschland kennt Arzneimittel und wird vorübergehend oder dauerhaft damit behandelt. Kein Wunder, gehören sie doch zu den wirksamsten therapeutischen Maßnahmen in der Medizin. Mehr...

Januar 2006
Mehr Harmonie bei der Arzneimitteltherapie - Projekt HeiCare® hat die erste Testphase erfolgreich bestanden. „Meine Pillen in der Klinik waren aber klein und rot und nicht blau und groß, Herr Doktor!“ Mehr...

Dezember 2005
Fachinformationen von Arzneimitteln sind häufig veraltet, unvollständig oder lückenhaft. Viele Menschen müssen regelmäßig mindestens zwei verschiedene Medikamente einnehmen. Mögliche Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten sind Ärzten und Apothekern in Deutschland jedoch oft nicht ausreichend bekannt, weil die ihnen zur Verfügung stehende Fachinformation veraltet, unvollständig oder ungenau ist. Mehr...

November 2005
Der Klinikumsvorstand nimmt den aktuellen Entwicklungsstand von AiDKlinik und die geplanten nächsten Schritte zustimmend zur Kenntnis und beauftragt das ZIM und die Abt. Innere Medizin VI, Rezeptschreibung und Medikation im Entlassbrief noch in diesem Jahr flächendeckend gemäß vorgeschlagener Aufgabenverteilung einzuführen. Er wird diese Aktivitäten mit einem informierenden Brief an die Ärztlichen Direktoren unterstützen. Mehr...

November 2005
Die Dosing GmbH als Start-Up der Universitätsklinik Heidelberg steht kurz vor der Gründung. Mehr...

Juni 2005
Mehr Harmonie in der Arzneimittel-Therapie - AOK Pilotprojekt HeiCare (Presse-mitteilung, 21-06-05) Mehr...

Arzneimitteltherapie soll besser abgestimmt werden - Integrierter Versorgungsvertrag im Rhein-Neckar-Raum / Elektronisches Infosystem optimiert Versorgung bei Klinikeinweisungen (Ärzte Zeitung, 21-06-05) Mehr...

Wenn die Pille für Verwirrung sorgt (Mannheimer Morgen, 18-06-05) Mehr...

Patienten sollen künftig ein und dieselbe Pille schlucken (Rhein-Neckar-Zeitung, 16-06-05) Mehr...

Mai 2005
EDV-Software hilft Ärzten, unerwünschte Arznei-Wirkungen
zu erkennen und zu vermeiden (Ärzte Zeitung). Mehr...

November 2004
Arzneimittel-Informations-Dienst AiDKlinik sorgt für optimale Verordnungen (MEDICA 2004) Mehr...

 


Impressum | Kontakt | ©2007 AiDKlinik