Presse-Mitteilung Oktober 2006


Qualitätsförderpreis Gesundheit Baden-Württemberg

Im Stuttgarter Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle zeichnete Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz heute (29. September 2006) die drei Preisträger des Qualitätsförderpreises Gesundheit Baden-Württemberg 2006 aus. Die aus 43 eingereichten Projekten ausgewählten Preisträger erhielten ein Preisgeld von jeweils 6.500, 5.500 und 3.000 Euro. "Ziel des Förderpreises ist es, den Qualitätswettbewerb im Gesundheitswesen um die besten Ideen und Konzepte nachhaltig zu fördern. Dabei ist es erneut gelungen, neue Ansätze im medizinischen Qualitätsmanagement aufzuzeigen. Die große Zahl und die Vielfalt der eingereichten Projekte zeigen eindrucksvoll, dass ein professionelles Qualitätsmanagement nachhaltig dazu beitragen kann, die hohen Standards der medizinischen Versorgung weiter zu verbessern", sagte die Ministerin bei der Preisverleihung.

Der vom Ministerium für Arbeit und Soziales und den im Gesundheitsforum Baden-Württemberg zusammengeschlossenen Repräsentanten der Gesundheitswirtschaft des Landes ausgelobte Preis wird in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben.

Zum Sieger erklärte die Jury in diesem Jahr. das Projekt "Qualitätssicherung der medikamentösen Therapie durch ein elektronisches Arzneimittelinformationssystem" (AiDKlinik) der Abteilung Innere Medizin VI, Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie des Universitätsklinikums Heidelberg. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 6.500 Euro verbunden. "Die Vorteile des Systems liegen vor allem darin, dass die Informationen wesentlich schneller beschafft und die Arzneimittelsicherheit erheblich erhöht werden kann. Dazu tragen insbesondere verschiedene Suchfunktionen für Arzneimittel, Informationen zur Arzneimitteldosierung und Applikation, Warnhinweise bei Kontraindikationen sowie eine elektronische Rezept- und Arztbriefschreibung bei. Die Projektergebnisse sind überzeugend: Jede 5. schwere Wechselwirkung kann bereits während der Ausstellung des Rezepts verhindert werden", erläuterte die Gesundheitsministerin. In Deutschland wären mittlerweile mehr als 40.000 Präparate mit fast 2.500 Inhaltsstoffen zugelassen. Entsprechend groß sei die Zahl an Neben- und Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Arzneimittel. "Wenn mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, können sie sich gegenseitig beeinträchtigen. Das kann durchaus gefährlich werden. Der Arzneimittelinformationsdienst unterstützt die ärzte bei ihrer Verordnung und ermöglicht es ihnen, sich über die medikamentöse Therapie abzustimmen", sagte die ärztin Dr. Monika Stolz. Die Ministerin würdigte die beispielhafte Arbeit der Projektträger, die ein Konzept entwickelt hätten, das klar beweisbare und deutliche Verbesserungen bringen würde.

Die Jury habe darüber hinaus beschlossen, dem Projekt "Fächer- und Berufsgruppenübergreifendes Schmerzmanagement" der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen den 2. Preis, verbunden mit einem Preisgeld von 5.500 Euro, zu verleihen. "In Baden-Württemberg leben fast 1 Million Menschen mit chronischen Schmerzen. Jeder zehnte davon braucht eine spezielle Schmerztherapie mit der Möglichkeit einer stationären oder teilstationären Behandlung. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Lebenssituation dieser Menschen zu verbessern. Die vorgelegten Projektergebnisse machen deutlich, dass der Anteil der Patienten, die über Schmerzen klagen, erkennbar gesenkt werden kann", sagte die Ministerin. Schmerzen wären in vielen Fällen kein unabwendbares Schicksal sondern behandelbar. Kern des prämierten Projektes sei es, die Schmerztherapie im Krankenhaus zu verbessern und damit unnötige Schmerzen für die Patienten zu vermeiden. Dazu sei beispielsweise ein fächer- und berufsübergreifender Qualitätszirkel gebildet und ein Handbuch der Schmerztherapie für die einzelnen Arbeitsbereiche entwickelt worden. Zur Umsetzung des Konzepts wurden Mitarbeiterschulungen durchgeführt, des Weiteren finden regelmäßig Fortbildungen zum Thema Schmerztherapie statt.

Den dritten Preis, verbunden mit einem Preisgeld von 3.000 Euro, erhielt das Gemeinschaftsprojekt "Mobil - Erhaltung und Förderung von selbständiger Lebensführung und Gesundheit bei über 75-jährigen in Baden-Württemberg" der Bosch BKK Stuttgart und des Deutschen Instituts für Pflegewissenschaften. Kern des Projektes ist der sogenannte "präventive Hausbesuch". Dabei handelt es sich um ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für ältere Menschen mit dem Ziel, die Lebensqualität, Gesundheit und selbständige Lebensführung im Alter zu erhalten und zu fördern. "Das innovative daran ist, dass die Beratung im eigenen Heim erfolgt. Dies fördert eine von Vertrauen geprägte Beziehung, die wesentlich dazu beitragen kann, das Beratungsangebot erfolgreich umzusetzen", sagte Monika Stolz.

"Nicht nur die prämierten Projekte, sondern viele weitere zeigen neue Wege auf, die zu einer besseren Gesundheitsversorgung in Baden- Württemberg beitragen können. Mit dem Qualitätsförderpreis wollen wir auch künftig neue Impulse im medizinischen Qualitätsmanagement setzen", so die Ministerin. Die Ausschreibung für den "Qualitätsförderpreis Gesundheit Baden-Württemberg 2007" kann im Internet unter www.gesundheitsforum-bw.de, Qualitätsförderpreis, Auslobung, herunter geladen oder beim Ministerium für Arbeit und Soziales angefordert werden.


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